Hi CoolHard (Hartware.net läßt mich wohl niemals los
)
hast du mal praktische Erfahrungen mit AGM-Bleiakkus gesammelt? Ich kann dem folgen, dass man bei AGM-Bleibatterien ein wohliges Sicherheitsgefühl hat, weil dort kein Wasser nachgefüllt werden kann, ohne die Batterie aufzusägen oder aufzubohren o. ä. Trotzdem ist die grundlegende Chemie in der Batterie aber die Gleiche wie bei einem klassischen Blei-Schwefelsäure-Akku. Wenn man die Innereien irgendwo hin bekommt, tut das nicht sonderlich gut. Bei einem Heckaufprall, der so heftig ist, dass die Batterie von dort hinten bis an die Insassen ran kommt, hat man aber glaube ich eher andere Probleme, als seine Haut vor Schwefelsäure zu schützen.
Aus Sicht des Fahrers: ich habe meine Nass-Bleisäure-Starterbatterie in meinem A3 8P 2.0TQ praktisch direkt vorne links vor meinen Beinen. Links im Motorraum ist der Sicherungskasten, daneben die Batterie und untendrunter soweit ich es erkenne das Getriebe. Die häufigsten Unfälle sind Frontalunfälle vorne links. Da wird mir das ganze Gedöns also direkt auf den Körper und die Beine gedrückt. Nur die Spritzwand und der dünne Kunststoff-Batteriekasten könnten da was abhalten. Beides wird wohl bei einem Unfall reißen, der auch die Batterie so weit beschädigt, dass die mechanisch kaputt geht nehme ich mal an.
Klaro, das sind jetzt alles nur Theorie-Überlegungen, aber ich glaube, AGM wird hier deutlich überbewertet.
Ich hab schon alte USV-Akkus (auch AGM) ausgewechselt, die kurz vor dem Bersten waren. Da verbiegt sich dann das ganze Stahlgehäuse rumherum durch den Druck. Ich hab auch schon AGM-Batterien in Versuchen aufgebohrt und zersägt, das ist eigentlich meiner Meinung nach alles halb so wild. Bei einem Unfall hat man glaube ich meistens ganz andere Probleme, als sich über die Säure in der Starterbatterie Gedanken zu machen. Wenn's so schlimm ist, dass die die Insassen schädigen könnte ist man glaube ich mit höherer Wahrscheinlichkeit nur noch ein blutiger Klumpen Fleisch und Knochen...
Ich weiß immer noch nicht, warum hier alle AGM so toll finden, zumindest bei den USV-AGM-Batterien, mit denen ich schon oft zu tun hatte ist das jetzt aus meiner Sicht nicht großartig sicherer oder unsicherer als klassische Bleisäure-Akkus. Wer Angst vor der Batteriesäure hat: einfach mal selber so einen Akku auseinandernehmen und damit rumspielen, anschließend den Rest zum Werstoffhof geben. Ich würde es wirklich nicht übertreiben mit der Angst.
Aber vielleicht kann mich auch mal jemand aufklären, was ich bisher übersehen haben soll. Für mich ist das ein recht einfach aufgebauter Chemieklumpen, der eine elektrische Kapazität bereitstellt. Ein bischen konstruktive Sicherheit drumrum und fertig.
Ich hoffe, ihr habt genau so viele Bedenken vor dem ganzen Lithium-Ionen-Kram in euren Mobiltelefonen, Laptops usw. Wenn die südost-asiatische Ladeelektronik dort Mist baut, kann das hochreaktive Lithium nämlich ziemlich schnell in hohen Temperaturen abbrennen. Sowas legen sich dann viele in's Bett oder stecken es in die Hosentasche.
Wirklich unkritisch ist aus meiner Sicht nur NiMH.