Das Fahrwerk des Audi RS 7 Sportback vereint große dynamische Potenziale mit gutem Komfort. Vorne kommt eine aufwendige Fünflenker-Achskonstruktion zum Einsatz, die Längs- und Querkräfte separat verarbeiten kann. Sie setzt sich aus zwei Querlenkern in der oberen Ebene, dem Trag- und Führungslenker in der unteren Ebene sowie der Spurstange zusammen. In Längsrichtung sind ihre Lager geschmeidig, in Querrichtung präzise-steif ausgelegt.
Als Rückgrat der Vorderradaufhängung dient der Integralträger. Aus hochfestem Stahl gefertigt, ist er starr mit dem Vorderwagen verschraubt, womit er dessen Steifigkeit weiter erhöht. Schmiedeteile aus Aluminium bilden die Achslenker, sie halten die ungefederten Massen gering. Die Radträger und Schwenklager bestehen aus demselben Material. Der Stabilisator, aus einem hochfesten Stahlrohr gefertigt, ist ebenfalls vergleichsweise leicht. Die vordere Spurweite des Audi RS 7 Sportback beträgt 1.634 Millimeter.
Die hintere Aufhängung mit 1.625 Millimeter Spurweite folgt dem spurgesteuerten Trapezlenker-Layout, das sich durch sichere und sportliche Fahreigenschaften sowie durch kompakte Abmessungen auszeichnet. Zwei hydraulische Lager verbinden den stählernen Achsträger mit der Karosserie. Die oben liegenden Querlenker und die Spurstangen sind als Aluminium-Schmiedeteile ausgeführt; als Stabilisator dient auch hier ein stählernes Rohr. Die Trapezlenker sind aus warmausgehärtetem Aluminium gegossen, die Radträger entstehen im Aluminium-Kokillengussverfahren.
Bei der elektromechanischen Servolenkung des Audi RS 7 Sportback handelt es sich um ein kompaktes und leichtes Bauteil. Ihre tiefe Einbaulage auf Höhe der Radmitte bürgt für agiles Ansprechen, hohe Präzision und feinfühlige Rück-meldung; die Übersetzung von 13,0 : 1 ist sportlich-direkt. Die Servounterstützung, die sich an der gefahrenen Geschwindigkeit orientiert, ist speziell auf den Charakter des dynamischen Topmodells ausgelegt.
Die elektromechanische Servolenkung arbeitet hocheffizient, weil sie bei Geradeausfahrt keinerlei Energie beansprucht. Beim Bremsen auf einseitig glattem Untergrund unterstützt sie den Fahrer, indem sie richtige Korrekturen erleichtert und falsche Lenkbewegungen erschwert.
Auf Wunsch liefert Audi die Dynamiklenkung, ebenfalls mit RS-typischen Kennlinien. Ihr Herzstück ist ein Überlagerungsgetriebe in der Lenksäule. Es variiert die Lenkübersetzung stufenlos je nach Geschwindigkeit, von sehr direkt beim Rangieren bis indirekt auf der Autobahn. Im Kurvengrenzbereich steuert sie mit minimalen Impulsen gegen – so macht sie das Handling noch dynamischer, flüssiger und sicherer.
Der RS 7 Sportback hat serienmäßig eine sportlich abgestimmte Luftfederung an Bord – die RS-adaptive air suspension legt die Karosserie im Vergleich zum A7 Sportback um 20 Millimeter tiefer. Ihre geregelte Dämpfung orientiert sich bei ihrer Arbeit am Straßenzustand, am Stil des Fahrers und am Modus von Audi drive select. Das Fahrdynamiksystem bindet wichtige Komponenten ein – neben der Dämpfung auch die Lenkung, das Motormanagement, die Soundklappen im Abgasstrang, die tiptronic sowie die Options-Bausteine adaptive cruise control, Sportdifferenzial, RS-Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control (DRC), Dynamiklenkung, Gurtstraffer und Kurvenlicht. Der Fahrer kann die Arbeitsweise dieser Systeme zwischen den Stufen comfort, auto, dynamic und individual bestimmen.
Straffe Anbindung: Das RS-Sportfahrwerk plus mit DRC
Als Alternative zur RS-adaptive air suspension steht das straffere RS-Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control (DRC) bereit. Mit seinen Stahlfedern und den geregelten Dämpfern reduziert es alle Aufbaubewegungen rein mechanisch und damit verzögerungsfrei, es baut kompakt und leicht. Je zwei Stoßdämpfer, die sich diagonal gegenüber liegen, sind über Ölleitungen und ein Zentralventil miteinander verbunden. Bei schneller Kurvenfahrt wirken die Ventile blitzschnell auf die Ölströmung am Dämpfer des eingefederten kurvenäußeren Rades ein; sie verstärken die Abstützung und reduzieren die Seitenneigung.
Die Bremsanlage des Audi RS 7 Sportback liefert höchste Leistung. Die Scheiben sind innen belüftet und perforiert; ihre wellenförmige Außenkontur senkt das Gesamtgewicht um etwa drei Kilogramm. Stifte aus Edelstahl verbinden die stählernen Scheiben mit den aus Aluminium gefertigten Bremstöpfen. Dieses Konzept stammt aus dem Motorsport und reduziert Spannungen, führt die Wärme rasch ab und verhindert die Übertragung von Temperaturspitzen.
Bei den vorderen Bremsscheiben beträgt der Durchmesser 390 Millimeter; schwarz (auf Wunsch rot) lackierte Sechskolben-Sättel nehmen sie in die Zange. Alternativ stehen Bremsscheiben aus Kohlefaser-Keramik mit 420 Millimeter Diagonale bereit, ihre Sättel sind anthrazitgrau lackiert und tragen „Audi ceramic“-Schriftzüge. Die Highend-Bremsen sind praktisch frei von Fading, extrem standfest, leistungsfähig, langlebig und dabei noch einmal erheblich leichter.
Allein die Keramik-Bremsscheiben sparen im Vergleich zu den Stahlscheiben 14,6 Kilogramm Gewicht ein.
Die Elektronische Stabilisierungskontrolle (ESC) ist speziell auf das dynamische Profil des Audi RS 7 Sportback ausgelegt. Per Tastendruck kann der Fahrer einen Sportmodus anwählen, der die Motoreingriffe deaktiviert. Für besonders dynamische Einsätze lässt sich die ESC auch komplett abschalten. Eine praktische Unterfunktion des Systems ist der Anfahrassistent, der das Losfahren an Steigungen erleichtert.
Der Audi RS 7 Sportback kommt serienmäßig auf glanzgedrehten 20-Zoll-Schmiederädern im Sieben-Doppelspeichen-Design, die Reifen haben das Format 275/35. Optional sind 21-Zoll-Räder im Fünf-Speichen-Blade-Design in drei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, auch in Schwarz glänzend glanzgedreht oder Titanoptik glanzgedreht. Die Reifen haben hier die Dimension 275/30 R 21