Entschuldigt meine späte Rückmeldung aber seit Freitag ist viel zu tun gewesen und ich bin einfach nicht dazu gekommen einen Bericht zu schreiben. Da ihr aber alle mitgefiebert habt bin ich euch diesen Bericht schnellstmöglich schuldig, daher nehme ich mir nun ein paar Minuten um nun den aktuellen Stand mit zu teilen.
Am Freitag habe ich mich kurz vor 8 mit Andreas getroffen und wir sind gemeinsam Richtung Durlangen gefahren. Auf der Hinfahrt hatten wir aufgrund des bereits verbauten Pulleys schon einmal die eine oder andere Messung durchgeführt, da Vollast damit ja ging, nur eben die Softwareanpassung noch nicht vorgenommen wurde.
Eine 200-250er Messung ergab etwas um 12,8 Sekunden was im Grunde auf dem Niveau von Andreas seinem A4 liegt. 100-200 war eine 11,8.
Die Fahrt war ansonsten relativ gemütlich und ruhig und es ging sehr zügig voran, so dass wir dann um 10:30 Uhr bereits in Durlangen ankamen. 20 vor 11 kam André, der neue Mitarbeiter von Zoran, kurze Zeit später war auch Zoran selbst da. Er meinte auch gleich das ich ja sicher eine Leistungsmessung machen wollen würde und den Wagen dann natürlich auf die Einfahrt stellen könnte,...., ich besetzte seinen Parkplatz.
Also parkte ich erst einmal um.
Gleich am Anfang führten wir erst einmal ein paar Gespräche über für uns interessante Dinge und besprachen schon einiges was wir an der Sofware, insbesondere DSG Software ändern wollten. Man merkte das Zoran sich für meinen Termin extra Zeit nahm und wir ausgiebig einiges besprechen konnten, das war richtig super. Dann ging es so gegen 12 auf die erste Logfahrt. Danach hieß es warten, wie jeder weiß muckelt dann Zoran hinten im Büro und schreibt die Software aufgrund der ausgelesenen Werte.
Circa 1,5 Stunden später kam dann André raus und meinte das wir ein Problem hätten.
Ich dachte schon, oh nein, was hat denn mein A4 nun schon wieder. Schnell war aber klar dass es nicht an meinem Auto lag, sondern an der fehlenden Internetverbindung. Der Provider von Zoran hat doch einfach mal für den gesamten Ort wegen Arbeiten an der Leitung das komplette Internet gekappt, natürlich ohne zuvor etwas zu sagen oder mit zu teilen (André und Zoran waren sichtlich begeistert). Da aber das Bearbeiten und Schreiben der Software nur mit Internet ging, mussten wir erst einmal abwarten. Parallel versuchte Zoran sein Möglichstes, wie man es von ihm immer kennt. Von hinten durchs Knie schaffte er es dann doch die Fileszu bearbeiten und ca. um 14:15 Uhr war er soweit das wir die S-Tronic Software hätten versuchen können ein zu spielen. Andreas hatte das beste Netz und stellte einen Hotspot zur Verfügung und über diesen wurde dann versucht zunächst die S-Tronic Software zu schreiben. Aufgrund der Hitze und da ich den Wagen mitten in der Sonne geparkt hatte gab das erste Notebook mitten im Schreiben auf und es brach ab. Leider war es nicht mehr dazu zu bewegen überhaupt etwas zu tun und es musste das nächste Notebook verwendet werden. Dies wurde aufgrund des leeren Akkus an ein Verlängerungskabel angschlossen und Zoran werkelte unter schweißtreibnder Arbeit im aufgeheizten Auto eine dreiviertel Stunde herum, die Software dann fertig aufs DSG zu bekommen. Natürlich bekam er das hin und kurze Zeit später funtionierte auch das Internet wieder und es ging an die erste Motorsoftware. Das Aufspielen ging dann gleich viel schneller und schon konnten wir los auf die erste Probefahrt. Diese dehnte ich etwas aus, um zunächst mal das Öl wieder auf 90 Grad zu bekommen und die Ladelufttemperatur etwas runter zu bekommen. Es waren knapp 30 Grad Außentemperatur und somit ideale Voraussetzungen für eine sichere Abstimmung, trotzdem sollte der LLK möglichst viel leisten und wir drehten eine etwas größere Runde zum Abkühlen der Ansaugluft und zum Aufwärmen des Motoröls.
Bei den 4 Beschleunigungsdurchgängen wurde dann gleich klar, dass obenrum schon ein gutes Stück mehr ging. Klar, ist auch logisch, denn nun wurde obenrum der LD ja nicht mehr begrenzt. Gespannt war ich inwiefern der Wagen gleich in die Zündwinkelrücknahme ging. Zurück am Entwicklungszentrum in der Ludwig Bölkow Straße, erzählte dann André das wir 0° Zündwinkelrücknahme hatten, ideal also und das trotz diesen Wetters. Also legte Zoran noch einmal 2° mehr Zündwinkel oben drauf und es ging auf die nächste Probefahrt. Man bemerkte das der Wagen noch williger hochzog und gut durchzog. Beim Betrachten der Zündwinkelrücknahme sah man das er zwischen 3400 und 4700 Umdrehungen bis maximal 2° rausnahm, darüber gar nichts mehr. Ideales Endergebnis was dann so gelassen wurde.
Auf der Rückfahrt zur Halle stellten wir dann noch ein kleines Anzeigeproblem der S-Tronic fest, dies behob Zoran wie gewohnt aus dem Handgelenk und schon waren wir bereit den Wagen auf den Prüfstand zu schnallen. André zurrte meinen A4 darauf fest, ich schaute ihm dabei zu und Andreas drehte parallel eine kleine Runde zusammen mit Zoran und seinem schicken Cabrio.
Als die beiden zurück waren ging es los mit der Messung, erst einmal die Schleppleistung und dann die Meßfahrten, insgesamt waren es 4 Stück um das MSG dazu zu zwingens sich zu adaptieren und am Ende war dann sogar genau der Papierwert erreicht den ich mir idealerweise erhofft hatte.
-> 450 PS 540 NM waren erreicht (Siehe Bild im Anhang)
Aber im Grunde wäre es egal gewesen wieviel dabei auf dem Papier herausgekommen wäre, gefühlt merkte man dem Wagen schon deutlich mehr Druck an und selbst ein niedriger Messwert wäre für mich ausreichend gewesen, denn die gefühlte Leistung war richtig gut. Zufrieden vom Ergebnis quatschten wir noch ein wenig und nebenbei fing es an zu gewittern und regnen. Nach dem Bezahlen und Ausdrucken der Leistungsdiagramme ging es dann für Andreas und mich auf den Rückweg. Zunächst natürlich erst einmal an der nächsten Aral vorbei und 102er getankt und dann im Regen Richtung Autobahn. Ein/zwei Beschleunigungen auf Landstraßentempo verrieten dann schon das der A4 besser ging als vorher. Auf der Autobahn folgten dann die ersten Messungen als es etwas trockener und weniger Verkehr vorhanden war. Natürlich fand man keine ideale Strecke zum Messen aber die erste 100-200 Messung ergab 10,8 Sekunden und das mit 2 Personen im Auto, vorher lag ich um 12 Sekunden. Die 200-250er Messung ergab eine 11,1, jedoch zunächst nur in D gefahren und etwas kurvig. Etwas überrascht von dem 200-250 Ergebnis probierten wir es wo es gefühlt relativ flach war noch einmal aus, es ergab eine 10,8. Wir waren beide etwas überascht von dem Ergebnis aber es ging nicht wirklich bergab also musste der Wert schon irgendwo stimmen. Eine weitere 100-200 Messung ergab dann auf einem ebenfalls flachen Abschnitt eine 10,5. Alleine im Auto kann man damit ggf. von einer 10er Zeit ausgehen, das wäre meine Wunschvorstellung gewesen die ich mir nicht erträumt hätte das es wirklich realisierbar ist.
Gefühlt hatte der A4 auf dem Rückweg wenn man mal durchbeschleunigen konnte ordentlich Druck und machte richtig Spaß. Man bemerkte das höhere Drehmomentplateau das nun anliegt und es machte richtig Spaß damit zu fahren. Leider war das Wetter nicht ideal und wir fuhren dann am Ende relativ gemächlich mit 140-180 km/h, teilweise 200 nach Hause. Am Ende lagen sogar nur 12,1 Liter Verbrauch an, als ich Andreas zu Hause absetzte. Auf dem Rückweg zu mir nach Hause probierte ich noch einmal wie sich der A4 nun mit mir alleine anfühlte, um noch einmal den direkten Vergleich zu meinem täglichen Betrieb zu fühlen. Ich war wirklich überrascht wie gut der Wagen vorwärts ging. Glücklich vom Ergebnis kam ich dann ca. um 22:30 Uhr zu Hause an, schrieb noch in ein paar WA Gruppen die Ergebnisse und fiel dann müde ins Bett.
Ein sehr gelunger Tag mit tollem Ergebnis ging zu Ende.
Wieder einmal leistete Zoran perfekte Arbeit, der Wagen machte zum Glück bei der Abstimmung keine weiteren Zicken und das Ergebnis kann sich gefühlt und auch auf dem Papier mehr als sehen lassen. Meine Erwartungen haben sich damit voll erfüllt und es zeigt zudem dass die A4 AGA nicht so viel schlecchter sein kann als eine S4 AGA, da ich mit 98er Abstimmung (das sogar bei dem schwül/warmen Wetter) auf 450 PS in der Spitze komme, ein S4 ebenfalls mit Pulley und 102er Abstimmung lag mal so bei 480 PS (mit komplett freier AGA sogar). Da man sagt zwischen 5-7% Mehrleistung ergibt der 102er Sprit gegenüber dem 98er sieht man das sich die A4 AGA also in dieser Leistungsregion nicht hinter der des S4 verstecken muss. Dies war ja mit ein Hauptgrund warum ich den Umbau überhaupt anging und wollte es im Grunde beweisen, hiermit ist dann denke ich der Beweis zu 100% angetreten.
Damit ist nun mein A4 Projekt abgeschlossen und ich/wir werde(n) nun hoffentlich die nächsten Jahre viel Spaß an unserem Wolf im Schafspelz haben.
Von hier aus noch einmal vielen Dank an Zoran für seine wie immer super Arbeit und an Andreas Ernstberger (Revo Partner aus Falkenberg) mit dem ich den Kühler- und Pulleyumbau durchgeführt habe und zudem natürlich ein großes Dankeschön an alle die die gesamte Zeit über den Umbau mitverfolg und mitgefiebert haben und natürlich an Andreas der sogar persönlich mitgekommen ist um sich vom Ergebnis zu überzeugen.
An alle rund um München die Interesse haben den Wagen zu sehen, erleben oder sogar mit zu fahren, am 27.08. werde ich dann zu 100% auf dem Echinger Treffen anwesend sein.