Hallo,
den Effekt, den du beschreibst kenne ich auch, mir passiert es allerdings mit meinem A3.
Normalerweise bin ich lange Strecken mit meiner Familie mit dem A6 unterwegs. Ich fahre meist recht zügig mit Geschwindigkeiten bis und auch über 200, da kommt es mir sehr gelegen, dass der A6 anscheinend eine Linksfahrgenehmigung hat, selbst wenn ich mal etwas langsamer fahre, stelle ich es häufig fest, dass viele Platz machen obwohl es gar nicht nötig wäre.
Anders ist es in meinem A3. Da habe ich genau das festgestellt, was du sagst. Man fährt von der Mittelspur rüber und selbst in begrenzten Zonen, wo ich selbst schon zu schnell unterwegs bin, wird man auf einmal von den 5er BMW oder auch A6 angeblingt und sie geben wie wild Gas. Nun habe ich mit dem A3 noch einen kleinen Vorteil, manche scheinen relativ schnell das 3.2 zu lesen und halten dann wieder Abstand und beruhigen sich, bei anderen ist dies aber nicht so. Bei denen ist es dann aber auch schnell vorbei, wenn die merken, dass sie in den unbegrenzten Zonen nicht wirklich dranbleiben können.
Ganz schlimm ist es vor allem, wenn man selbst schnell fahren möchte aber relativ viel Verkehr ist und vernünftigen Abstand lässt. Dann scheinen die obere Mittelklassefahrer zu meinen, dass man nicht schnell genug vorankommt, obwohl ich immer so "mitschwimme", dass ich niemanden aufhalte und wenn dann frei ist, wird natürlich Gas gegeben. Danach ist dann von hinten auch wieder Ruhe.
Es gibt dann aber auch die Fraktion, die nach einer freien Strecke an der sie nicht dranbleiben konnten ungemein ärgern und wenn dann eine begrenzte Zone (120) kommt, sie dann so Gas geben, dass sie mit über 200 an mir vorbeiziehen. Das scheint dann noch einmal die letzte Genugtuung für die zu sein.
Da fällt mir ein gutes Beispiel ein, dass aber schon ein wenig länger her ist. Viele kennen doch bestimmt den Blitzer in den Kasseler Bergen an der langen Bergabstrecke, wo rechts vorher die Auslaufzone ist. Da stand früher so eine blaue Schilderbrücke und daran war ein schöner Blitzer, den ich schon seit Jahren kannte. Ein paar km davor war damals immer freie Fahrt, bin mir nicht sicher ob das noch genauso ist, erst kurz vor dem Bergabstück kam die Begrenzung.
Man kann sich sicherlich vorstellen was da los war. Ein Mercedesfahrer (ist eher selten), der mich wegdrängeln wollte (einige KM vor der oben genannten Stelle) bin ich ganz normal weggefahren, so dass er im Rückspiegel nicht mehr zu sehen war. Dann kam die besagte Stelle, ich ließ mich ausrollen, war aber noch links, da alle relativ stark bremsten. Dann kam von hinten der besagte Mercedes angeschossen und machte von weitem schon Lichthupe. Ich bin natürlich brav rechts rüber gefahren in dem Wissen, dass kurz vor uns der Blitzer stand. Es geschah natürlich wie es kommen musste, der Mercedes gab noch einmal richtig Gas und ist mit mindestens 200 durch den Blitzer geschossen. Danach legte er eine Vollbremsung hin, so dass er sogar langsamer war als alle anderen, die vorschriftsmäßig fuhren. Ich denke, dies wird er wohl zum letzten Mal gemacht haben und war geheilt.
Meine Vermutung bei derartigen Begegnungen ist, dass es sich um Vertreter bzw. Vielfahrer handelt, die es gewohnt sind immer schnell auf der linken Spur unterwegs zu sein. Es ist ja auch so, dass 90% der kleineren Autos recht langsam fahren und auch gerne einen mal aufhalten, da es vielleicht Fahranfänger sind oder manche es nicht besser wissen. Das erlebe ich mit meinem A6 auch ab und zu. Derartige Situationen, die sich bei den Vielfahrern häufen und wohl einprägen, bringt sie dann dazu das P in den Augen zu sehen, wenn nur einer von den "Kleinen" auf "seine" linke Spur fährt. Ob der nun schneller ist oder nicht spielt in dem Moment gar keine Rolle, denn die Erfahrung, dass die "Kleinen" langsam fahren und die "Großen" grundlos aufhalten, hat sich bereits in deren Hirn eingebrannt.
Ich glaube das wird sich nie ändern und es ist so, dass man auf deutschen Straßen mit einem großen Auto deutlich entspannter unterwegs ist, als mit einem Kleinen und das liegt nicht am erhöhten Fahrkomfort.
Grüße,
quattrofever