Wie das Ende von dem Zoran Termin ausging hatte ich ja hier gepostet gehabt:
[8P / 8PA] Zoran Termine 2016
An die darauf aufbauende Diskussion mit der Kupplung würde ich hier jetzt gerne einmal anknüpfen. Vielleicht hilft dieser Zwischenstand dem einen oder anderen ja sogar weiter.
Zusammengefasst sei gesagt das es für dieses Modell von der Stange keine Performance Kupplung oder andere Druckplatte oder sonst etwas gibt. Diverse Anfragen an unterschiedlichen Stellen verliefen sich im Sand oder führten immer dazu das es im Grunde nichts gibt was man für das Auto von Sonny kaufen könnte, einzige Alternative war also jemand der so eine Kupplung überarbeiten kann.
Der A3 1,8 TFSI 8V 3-Türer um den es geht hat ein Kupplungssystem von LUK mit 228mm Durchmesser und eine SAC Druckplatte verbaut. Wer sich mit den Begriffen auskennt weiß das eine SAC Druckplatte selbstnachstellend ist, dies ist auch vorab gesagt gleich das Problem, dass man eine derartige Druckplatte nicht verstärken oder überarbeiten lassen kann. Angeboten wird aber auch von keinem eine nicht nachstellbare Druckplatte, die ggf. verstärkt werden könnte und passen würde. Diese zu finden wäre rein nach dem try and error Prinzip möglich, musste also für unseren Zweck ausgeschlossen werden.
Lösungsansatz nach längerer Suche war ein super Tipp in der Nähe von Hof der seit etlichen Jahren Kupplungen überarbeitet. Nach erstem Kontakt mit ihm kamen wir auch gleich in Detaildiskussionen und schnell wurde klar, das die Lösung mit der höchsten Ausbeute an zu übertragener Kraft ein Sintermetallbelag an der Mitnehmerscheibe der Kupplung wäre. Um aber beurteilen zu können ob ein Umbau möglich wäre oder was ggf. noch zusätzlich möglich sein könnte, müsste man allerdings die Teile vor Ort begutachten.
Zum Glück haben Sonny und ich einen versierten Kollegen an der Hand, der uns mit Rat und Tat, sowie Hebebühne und perfekt ausgestattetem Equipment zur Seite stehen konnte. Somit machten wir mit ihm einen Termin aus und machten uns an den Ausbau der Kupplung. Dies war in knapp über 2 Stunden erledigt und wir hielten das "Corpus Delicti" in unseren Händen. Die originale Mitnehmerscheibe war noch lange nicht komplett abgenutzt , wies aber schon Verglasungserscheinungen auf.
Mit der Schwungscheibe, Mitnehmerscheibe und Druckplatte machte ich mich also zur Besichtigung auf in Richtung Hof, um zu schauen was ggf. möglich sein könnte. Nach Begutachtung wurde unser erstes Gespräch bestätigt, das die Sintermetallmitnehmerscheibe die für uns vorerst beste Lösung sei.
Eine vermutlich passende Grundplatte im richtigen Maß zu bekommen war dann auch nicht so einfach und dauerte dadurch etwas länger als gedacht aber es wurde etwas gefunden. Die notwendige Mitnehmerscheibe die aufgrund der Sintermetallbeläge keine Dämpfer haben sollte, wurde von einem T4 hergenommen (originale konnte daher nicht verwendet werden). Nach dem Umbau holte ich dann diese auf Sintermetall umgebaute Mitnehmerscheibe, sowie die Schwungscheibe und Druckplatte wieder ab und kurz darauf machten wir uns an den Einbau.
Beim Einbau fiel uns dann schon auf, das die Nabe der Sintermetallscheibe verdächtig nah an den mittleren Ring der nachstellenden Druckplatte kam, wir wollten es mit dem weiteren Einbau aber trotzdem versuchen. Nach insgesamt 3 Stunden war dann bis auf die Unterbodenverkleidung alles soweit eingebaut das man die Kupplung ausprobieren konnte.
Aber leider tat sie nicht so wie wir wollten. Zum einen war das Pedalgefühl viel zu schwergängig (aufgrund der gleichen verbauten Druckplatte nicht erklärbar im ersten Moment), zum anderen war nicht an das Trennen der Kupplung zu denken, es schien nun eine Starre Verbindung zwischen Motor und dem Getriebe zu geben. Nach anfänglicher Enttäuschung wurde einen Tag später also alles wieder ausgebaut. Diesmal schafften wir es in einer Stunde. 
Nach dem Ausbau wurde gleich klar, das die anfänglich vermutete Stelle, Nabe der Mitnehmerscheibe gegen inneren Ring der Verstellung von der Druckplatte, das Problem war und hier der permanente Kraftschluss hergestellt wurde. Zudem sahen wir das die Druckfedern überhaupt nicht mehr genügend Weg aufwiesen um die Kupplung überhaupt noch trennen zu können, die Druckfedern waren unterhalb der Anschlagfedern des SAC Systems (nähere Erläuterungen gerne bei Bedarf zu späterem Zeitpunkt).
Nach einigen Überlegungen von uns und auch mit dem Umbauer der Kupplung zusammen, sowie Austausch mit anderen bezüglich der Druckplattensysteme gab es nur noch die Lösung die originale Mitnehmerscheibe her zu nehmen und diese auf einen besseren Sportbelag um zu rüsten. Die Sintermetallmitnehmerscheibe überarbeiten zu lassen wäre uns zu gefährlich gewesen, dass es im Endeffekt nach Überarbeitung doch nicht passt und der Abstand zum inneren Ring der Druckplatte weiterhin zu gering bleiben würde, denn da ging es um weniger als einen Millimeter der noch als Platz maximal übrig bleiben könnte. Somit entschieden wir uns für die Alternative mit dem Sportbelag auf der originalen Mitnehmerscheibe. Dies wurde vom Umbauer schnell und gut umgesetzt und ich konnte sie abholen, tauschte sie im Grunde gegen die Sintermetallscheibe wieder ein.
Nachdem wir dann nun bereits viel über Kupplungen, Druckplatten, Beläge, Mitnehmerscheiben etc gelernt hatten, fanden wir auch heraus wie man eine SAC Druckplatte wieder komplett zurückstellen kann (dies wollten wir anfangs gar nicht um mehr Druck auf dem Belag erzielen zu können, nur stellte sich heraus durch die zu tief eingedrückten Druckfedern, dass dies nicht möglich sei). Mit einer einfachen und soliden Lösung auf der Werkbank haben wir dann diese Druckplatte zurückgestellt und uns an den erneuten Einbau der Kupplung gemacht. Auch dies klappte wieder sehr gut und das Getriebe rutschte schon fast wie von alleine hinein, allerdings erst nachdem der Antriebswellenflansch sich auch dazu bequemen konnte hinter ein Metallblech zu rutschen.
Und siehe da, die Kupplung funktionierte und man konnte schön aus der Halle herausfahren. Das Kupplungsgefühl hatte sich deutlich verbessert, die Kupplung kommt nun ein gutes Stück früher und in einem schmaleren, für mich deutlich besser beherrschbaren Bereich (ganz gemeine Stimmen behaupten natürlich das läge an meinen "perfekten" Kupplungskünsten :D) Zudem tritt kein
oder schlagen oder ähnliches beim Einkuppeln auf, das System funktioniert so auf jeden Fall wunderbar und so wie es sollte.
ABER die volle Leistung kann nun auch dieser Belag nicht oder noch nicht übertragen. Zwischen 2200 und 2800 U/min tritt wiederum ein leichtes Rutschen der Kupplung auf, bis sich diese bei 3000 U/min gefangen hat und der Vortrieb weitergehen kann. Insgesamt ist dies eine deutliche Verbesserung gegenüber vorher aber leider noch kein perfektes Ergebnis.
Wir hoffen das sich dieses Phänomen mit dem Einschleifen der Kupplung auf den ersten Kilometern noch etwas gibt. Diese Hoffnung versuchen uns zwar gleich ein paar zu nehmen aber hoffen kann man ja. Im Prinzip muss sich ja die Druckplatte noch leicht nachstellen und der Belag wird auch nicht von Anfang an perfekt Plan aufliegen. Dies ist unsere Hoffnung das noch ein wenig Reserven durch die ersten 1000 gefahrenen Kilometer mobilisiert werden und danach alle glücklich sein könnten. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich immer zum Schluss.
Wenn es diesbezüglich Neuigkeiten gibt, melde ich mich natürlich wieder und auch wie es dann weitergeht.
Sollte die Hoffnung wirklich sterben bleiben im Grunde nur noch folgende Alternativen (Reihenfolge nach Wahrscheinlichkeit der Umsetzung):
- mit dem Rupfen im Bereich zwischen 2200-2800 U/min leben und darauf hoffen, dass es bei wärmeren Temperaturen gar nicht auftritt.
- Einen weiteren Versuch mit Überarbeitung der anfänglich verwendeten Sintermetallmitnehmerscheibe starten
- Umbau auf Einmassenschwungrad mit komplett anderer Druckplatte, hierfür wäre dann aber auch ein Individualumbau nötig
- Komplette Aufgabe der Leistungssteigerung und Rücksetzen auf Originalzustand
Anbei füge ich noch ein paar Bilder an die ich zwischendrin von den aus- und eingebauten Teilen gemacht habe.